Infos für Kinder

Es gibt viele Kinder und Jugendliche (und auch Erwachsene) die sich selbst, ihre Gefühle und auch ihr Verhalten nicht verstehen. Sie sind vielleicht: zappelig und unkonzentriert oder ängstlich, traurig oder wütend. Manche Kinder denken, dass keiner sie mag.

Die Eltern oder Lehrer oder auch der Kinderarzt sagen dann vielleicht: der Kinder- und Jugendpsychiater kann dir helfen. Wir möchten den Kindern und Jugendlichen, die zu uns kommen, erklären, wer wir sind und was wir machen.

Was ist ein Kinder- und Jugendpsychiater?

Ein Psychiater für Kinder- und Jugendliche ist ein Arzt. Nach dem Medizinstudium (in dem man alles über den Körper lernt) hat er sich auf das Fachgebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie spezialisiert. Die Spezialisierung dauert fünf Jahre, und der Facharzt lernt dabei alles über die seelischen, also psychischen, Probleme von Kindern und Jugendlichen. Psychische Probleme erkennt man ja nicht so einfach äußerlich, wie einen Ausschlag oder einen gebrochenen Arm. Also lernt der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie zu fragen, zu reden und Tests zu benutzen. Er kann auch Medikamente verschreiben, wenn er glaubt, dass sie den Kindern helfen. Oder er kann andere ärztliche Untersuchungen veranlassen, zum Beispiel des Herzens oder der Gehirnströme.

Wann Psychiater helfen

Ein Psychiater für Kinder- und Jugendliche ist für alle Probleme der Psyche zuständig. Das heißt, der Psychiater versteht und behandelt die Probleme, die im Gehirn, im Geist, in den Gedanken und in den Gefühlen entstehen. Die Gedanken beeinflussen die Gefühle, die Gefühle steuern die Gedanken und beide haben Einfluss auf den Körper und auf die Handlungen.

Manche Menschen denken, Psychiater sind für Leute mit schweren Störungen zuständig. Das stimmt nicht. Kinder- und Jugendpsychiater können helfen, wenn ganz normale Kinder ganz normale Probleme haben.

Welche Untersuchungen finden beim Kinderpsychiater statt?

Beim Kinder- und Jugendpsychiater werden Gespräche und Tests durchgeführt.

Die Gespräche mit den Kindern und den Eltern sind das Wichtigste. Der Arzt muss viele Fragen stellen, um genau zu wissen, was in der Familie und in der Schule los ist.

Die Leistungstests sind entwickelt worden, um Stärken und Schwächen der Kinder und Jugendlichen zu untersuchen. Sie sind meistens interessant und machen Spaß. Bei manchen Tests wird gespielt und gemalt. Das ist wichtig, weil die Kinder darin auch Gefühle zum Ausdruck bringen können, die sie nicht direkt besprechen.

Manchmal schlägt der Arzt vor, ein EEG machen zu lassen. Das ist eine spannende Untersuchung, die überhaupt nicht weh tut. Was passiert da? Auf die Kopfhaut (zwischen die Haare) werden kleine Elektroden geklebt und diese übertragen die Ströme aus den winzigen Schaltkreisen im Gehirn. Die Aktivität der Gehirnströme erkennt man dann auf einer Aufzeichnung, dem EEG.

Während der Messung müssen die Patienten ganz ruhig liegen, denn es ist wichtig, das nur die Aktivität des Gehirns gemessen wird, und nicht die Bewegung des Körpers.  Der Arzt kann an dieser Aufzeichnung erkennen, ob die Gehirnströme bei den Patienten so verlaufen, wie es sein sollte, oder ob da Aussetzer zu erkennen sind. Ein EEG ist wichtig, um Krankheiten wie zum Beispiel Epilepsie auszuschließen.

Wie kann der Kinder- und Jugendpsychiater helfen?

Wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, bespricht der Arzt mit den Kindern und deren Eltern, was gemacht werden kann. Der Kinder- und Jugendpsychiater kann unterschiedliche Vorschläge machen:

  • Gespräche, vielleicht eine Verhaltenstherapie
  • Ergotherapie
  • Entspannungsübungen
  • Übungen in der Gruppe mit anderen Kindern
  • Training zum Trockenwerden, damit die Kinder nicht mehr einnässen
  • Sport
  • Medikamente
  • Schulwechsel

Ganz wichtig: die Eltern entscheiden immer mit dem Arzt und dem Patienten gemeinsam, was die beste Lösung ist.